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BLAUTON AKTUELL

Live:
07.12.2008 Astra-Stube - Hamburg - mit Jasmina Maschina und Golden Diskó Ship


Hören:
www.myspace.com/jasminemaschine
www.myspace.com/goldendiskoship
www.myspace.com/blautonmusic

 
ZU BLAUTON

Daniel Decker, lolila

"Hellblau", sagte sie und lächelte. Ich war erstaunt - hab ich mich denn so missverständlich ausgedrückt? Ich wollte doch nur wissen, was sie von dem Lied hält. "Ja, es ist hellblau", unterstrich sie ihre Meinung und erklärte, dass sie Musik in Farben sehe. Synästhetik ist die Visualisierung des nicht Sichtbaren. Ich sehe Töne. Blaue Töne, Blauton. Blauton heißt eigentlich Marco Stubbemann und kommt aus Hamburg. Vielleicht sitzt er dort am Hafen und beobachtet die unterschiedlichen Farben des Wassers und ihm kommen dann Melodien in den Sinn. Bemerkenswert, dass sie mir dann auch die CD von Blauton zusteckte und meinte, dass das was für lolila wäre. Und nun erscheint das Debüt von Blauton. Auf Kassette, wie damals schon die ersten Veröffentlichungen. Am Frühstückstisch wurde entschieden, ob "Fly Against The Window" veröffentlicht wird. Und es ist sicherlich nicht falsch die Musik so zu entdecken.

Irgendwo zwischen den ruhigen Yo La Tengo (ohne Velvet Underground), Entrance (ohne Blues) und Grandaddy (ohne Aufdringlichkeit) bewegt Blauton sich und macht seine Grenzen zu Stärken. Schon immer war Charme das wichtigste Kriterium, um in den lolila-Kosmos aufgenommen zu werden und dieses Kriterium erfüllt der erste überregionale Act mit Leichtigkeit. Und in all der Ferne - nicht nur geographisch, sondern auch durch den Hall in der Musik vertreten - liegt auch Nähe. Vielleicht sogar Wärme. Der eines Kaffees, oder einer Kerze. Ein wenig Hoffnung. Bleibt nur eine Frage. Welche Farbe haben seine Lieder? "Zumindest nicht blau", sagt sie und lächelt wieder. Doch was sagt uns das? Etikettenschwindel? Egal, es bleibt schön!

Der gute Blauton drängt sich nicht auf, spielt mal eben vor, lacht darüber, dass er so leise spielt, dass man sogar den Regen vor dem Fenster hören kann. Aber jedes Geräusch passt in die Stimmung und unterstreicht den Minimalismus dieser Aufnahme. Klingt stark wie Geoff Farina und Lou Barlow, aber über so einen Vergleich würde Blauton auch nur lachen, oder?
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